Tipps von Piloten für Piloten aus eigener Erfahrung und von Fliegerkollegen - vielleicht sind sie mal nützlich
Regen? Schirm nass? Wegen der Regentropfen liegt die Strömung nicht mehr optimal an und es droht Strömungsabriss bei insbesondere angebremstem Schirm. Also, bei Regen stets mit Beschleuniger fliegen!
Verhänger/Überwurf am Schirmrand, Schirm dreht weg? Ohren auf beiden Seiten anlegen, weg vom Hang mit Gewichtsteuerung. Bei ausreichend Höhe über Grund versuchen, durch Ziehen an der Stabiloleine o.ä. die Störung zu beseitigen.
Flieg nie ohne Kompass! Irgendwann kommt jeder mal in die Wolken. Zu wissen, wo der Berg ist und wo keine Hindernisse zu erwarten sind, kann dann das Leben retten. Lass Dich in der Wolke nicht von Deinem Gefühl leiten. Fliege konzentriert nach Kompass auch wenn Dir Dein Gefühle etwas anderes sagt.
In den Wolken bei geringer Groundspeed? Bist Du sicher, dass Du vorwärts fliegst? Den Beschleuniger einmal treten, wird dann die Groundspeed kleiner, dann fliegst Du bereits rückwärts und solltest Dir einen anderen Plan überlegen.
Sackfluggefahr nach Abstiegshilfen wie Ohrenanlegen und B-Stall! Nach Beendigung der Abstiegshilfe stets zu Deiner Sicherheit einmal den Beschleuniger ganz durchtreten. Damit wird jeder Sackflug sofort ausgeleitet.
Sackfluggefahr beim Windenfliegen. Immer ein Bein im Beschleuniger ggf. beim Windenschlepp den Beschleuniger durchtreten falls der Windenfahrer Dich zu stark anzieht oder eine Böe den Schirm weit nach hinten schiebt.
Bei Thermik in die Wolke gezogen? Ist ein Berg in der Nähe, Ruhe bewahren und durch die Wolke weg vom Berg fliegen. Spiralen in der Wolke ist immer und besonders bei thermischen Bedingung äußerst unangenehm und m.E. keine Alternative. Besser big ears mit Beschleuniger oder den B-Stall anwenden.
Abstiegshilfe Steilspirale? Halte ich eher für ein Gerücht und nur für bedingt geeignet. Die Steilspirale ist ein schönes freestyle Manöver oder geeignet für einen präventiven Abstieg wenn man noch ausreichend, d.h. z.B. zehn Minuten, Zeit hat. Die Umgebung nicht mehr vernünftig beobachten können und hohe G-Belastungen sind nur einige der Probleme und Du weißt nicht genau, wie viele G Du an diesem Tag abkannst. Besser bei Gefahr mit dem B-Stall oder beschleunigten big ears absteigen, das lässt sich kontrollieren, die Belastungen sind nicht zu hoch und Du hast Zeit Deine Umgebung und die Landefläche zu beobachten. In einer Wolke in Hangnähe zu spiralen halte ich sowieso für lebensgefährlich.
Toplanden durch weites, pulsierendes Herunterziehen der Bremsleinen (Heruntermelken)? Vorsicht bei sehr steilen Startplätzen oder Kantenstarts. Der Wind kommt nicht von vorne, sondern von unten und die Strömung reißt viel eher ab als bei Wind der z.B. in der Ebene von vorne kommt.
Die Kaltfront hat Dich erwischt, die Böen fegen durch, überall geht´s hoch. Eine möglichst große frei angeströmte Fläche suchen, luvseitig gegen den Wind eindrehen, big ears einholen, raus aus dem Gutzeug und in den voll getretenen Beschleuniger stellen. Bei der Landung sofort beide A-Leinen runterreißen und versuchen ein Flügelspitze zu ergreifen.
Landung bei Starkwind. Entweder den Schirm mit der Cobratechnik am Windfensterrand herunterlassen oder einen A-Tragegurt kräftig herunterziehen.